
Kölner Ningaloo sichert sich neue Finanzierung
Das Kölner Start-up Ningaloo Biosystems erhält weitere Finanzmittel in einer neuen Finanzierungsrunde. Die NRW.Bank sowie capacura und weitere Investoren erhöhen ihr Investment in die Technologie der lichtgesteuerten Bio-Produktion.
Die Kölner Ningaloo Biosystems GmbH, ein Start-up-Unternehmen im Bereich der synthetischen Biologie, hat eine neue Finanzierungsrunde zur Skalierung ihrer optogenetischen Bioproduktionslösungen abgeschlossen. Die Mittel, deren Höhe nicht genannt wurde, sollen in die Entwicklung biopharmazeutischer Produktionsprozesse für komplexe Wirkstoffe in präklinischen und frühen klinischen Phasen fließen.
Die Finanzierungsrunde wurde von der NRW.BANK und privaten Investoren wie capacura unterstützt, die bereits in der Vergangenheit in das Start-up investiert hatten. Darüber hinaus haben sich ein nicht genanntes Family Office sowie neue Business Angels beteiligt, teilte Ningaloo mit, das kürzlich in der Start-up-Rubrik von |transkript porträtiert wurde.
Die optogenetische Technologie von Ningaloo ermöglicht die kontrollierte Aktivierung von Zellen durch Licht und damit eine präzise und dynamische Prozesssteuerung in Bioreaktoren. Diese Methode optimiert die Produktentwicklung, reduziert das Risiko bei der Skalierung und verbessert sowohl die Ausbeute als auch die Qualität komplexer Biopharmazeutika. Die Technologie von Ningaloo hat damit großes Potential im Einsatz bei der Herstellung von Biopharmazeutika, insbesondere für komplexe Proteine sowie Zell- und Gentherapien.
„Wir sind dankbar für die anhaltende Unterstützung unserer Investoren und das Vertrauen der neuen Geldgeber in unsere innovative Lösung zur Bioprozesskontrolle“, sagte Dr. Herbert Müller-Hartmann, Mitgründer und Geschäftsführer von Ningaloo. „Unsere aktuellen Ergebnisse zeigen das Potential unserer Technologie zur Verbesserung von Produktqualität und Ausbeute. Angesichts der steigenden Nachfrage nach erschwinglichen Biopharmazeutika wollen wir mithelfen, die biopharmazeutische Produktion neu zu definieren.“
Mit der neuen Finanzierung wird das Unternehmen die optogenetisch gesteuerte Bioproduktion für pharmazeutische Anwendungen weiterentwickeln. „Unser Ziel ist es, neuartige Therapien weltweit zugänglicher und erschwinglicher zu machen“, ergänzt Dr. Hanns-Martin Schmidt, Mitgründer und Leiter der F&E-Abteilung.
Patrick Nesseler, Investmentmanager bei der NRW.BANK, betonte: „Wir sind von Ningaloos bahnbrechendem Ansatz der Echtzeit-Bioprozesssteuerung überzeugt und sehen großes Geschäftspotential. Deshalb haben wir unser ursprüngliches Investment in dieser Runde verdoppelt.“
Mit dem Werkzeugkasten von Ningaloo Biosystems kann die biopharmazeutische Produktion in durch Lichtimpulse (optogenetisch) gesteuerten Wirtszellen die Prozesskontrolle in Echtzeit abbilden und ermöglicht eine flexible Anpassung. Damit einhergeht eine Steigerung der Effizienz bei der Herstellung komplexer Proteine und Gentherapien, was für deren Produktion eine bessere Kostenkontrolle und die Reduktion der Herstellungskosten verspricht. In den Worten des Unternehmens klingt das noch etwas mehr nach Zukunftsmusik und auch ein wenig martialischer. In der Selbstdarstellung von Ningaloo hat ein „Cyborg“ die Kontrolle über das Zellwachstum übernommen, der eine „Cyber-Bioproduktion“ ermögliche, die selbstoptimierende Automatisierung in ungekannter Perfektion ermögliche. Den Nachweis dieser Versprechungen aus dem Vokabular der Terminator-Filme tritt Ningaloo mit den neuen Finanzmitteln nun konkreter an.